Unsere Geschichte

Unser Team ist nicht auf einmal entstanden – es ist über viele Jahre gewachsen.

Was mit einzelnen Ideen begann, hat sich Schritt für Schritt weiterentwickelt: zu Projekten, zu einem Konzept und schließlich zu einem Team für das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus.

Von einzelnen Ideen zu einem gemeinsamen Konzept

Dr. Oliver Basu arbeitet seit 1991 als Kinderarzt in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Essen. Schon früh hat er sich nicht nur für Medizin interessiert, sondern auch für Informatik – also für die Arbeit mit Computern und digitaler Technik.

Von Anfang an hat ihn eine Frage begleitet: Wie kann man den Aufenthalt im Krankenhaus für Kinder und Jugendliche besser machen?

Deshalb hat er viele Dinge angestoßen. Bewaffnet mit Klebeband und Bauteilen aus dem Elektromarkt, sorgte er 2003 dafür, dass die Patient*innen der Kinderklinik als erste im Klinikum WLAN bekamen. Außerdem hat er die IT-Abteilung der Kinderklinik aufgebaut, die sich darum kümmert, dass Internet und Computer dort zuverlässig funktionieren.

Im Jahr 2000 war die Kinderklinik des Universitätsklinikums die erste Klinik in Deutschland, die Videoanrufe zwischen Patient*innen unterschiedlicher Kinderkliniken möglich machte – bevor jeder Internet hatte und das Smartphone erfunden worden war. Schnell haben wir aber gemerkt, dass die jungen Patient*innen lieber mit ihren Freund*innen und Familien sprechen wollten. Deswegen entwickelten wir lange bevor Videotelefonie über WhatsApp oder FaceTime selbstverständlich war, eine technische Lösung, mit der Kinder aus dem Krankenhaus per Video am Schulunterricht teilnehmen konnten. So blieben sie auch während eines längeren Aufenthalts mit ihrer Klasse in Kontakt.

Neue Ideen für schwierige Situationen

2015 lernten sich Oliver Basu und Stefan Liszio an der Universität Duisburg-Essen kennen, wo Stefan gerade mit seiner Forschung begonnen hatte. Gemeinsam suchten sie nach einer Möglichkeit, Kindern die Angst vor MRT-Untersuchungen zu nehmen. Aus dieser Zusammenarbeit entstand das VR-Spiel „Pingunauten Trainer“. Wenig später stieß Carolin van Nahl als Pflegefachkraft für Kinder dazu, die das Projekt bei der Durchführung der klinischen Studie unterstützte.

Auch in den Jahren danach ging es immer darum, gute Lösungen für schwierige Situationen im Krankenhaus zu finden – und dabei Kinder, Jugendliche und Eltern mitzudenken.

Die Idee von LOUISA

2017 entstand eine weitere große Idee: eine digitale Kommunikationsplattform für das Krankenhaus, für Patient*innen und für ihre Eltern. Dieses Patientenportal sollte besonders auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingehen. Gleichzeitig sollte es eng mit dem bestehenden Computersystem des Krankenhauses verbunden sein, mit dem die Mitarbeitenden arbeiten.

Durch verschiedene Förderungen – unter anderem durch die Gerd und Susanna Mayer Stiftung – konnte diese Idee in den folgenden Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden. Daran beteiligt waren unser KIS-Hersteller Cerner/CGM, die Firma m.Doc und die zentrale Krankenhaus-IT (ZIT). Zu unseren Förderern. 

Besonders wichtig war dabei etwas, das auch schon in früheren Projekten eine große Rolle gespielt hatte: Die Zielgruppe selbst sollte mitreden. Kinder, Jugendliche und Eltern wurden deshalb immer wieder in die Entwicklung einzelner Bausteine einbezogen.

So entstand das LOUISA-Konzept.

Was bedeutet LOUISA?

LOUISA ist eine Abkürzung. Die Buchstaben stehen für:

Diese Themen finden sich in der LOUISA-App wieder – und auch in vielen unserer anderen Projekte. Sie beschreiben wichtige Teile des Patientenerlebens im Krankenhaus und der gesamten Reise als Patient*in (Patient Journey).

Unterhaltung ist wichtig

Ein wichtiger Teil des LOUISA-Konzepts ist Unterhaltung (das „U“ in LOUISA). In Kooperation mit der Stadtbibliothek Essen etablierte Oliver eine klinikinterne Hörbuchbibliothek mit speziell für Patient*innen ausgewählten Titeln.

Als Videospiele auch durch Bewegung gesteuert werden konnten, richteten wir einen kostenlosen Videospielverleih ein. Über die Jahre haben wir dieses Angebot erweitert und an eure Wünsche und aktuelle technische Entwicklungen angepasst.

Damit jede*r Patient*in die Möglichkeit hat, unsere digitalen Angebote zu nutzen, haben wir seit 2022 iPads an jedem Bett installiert. Lars Rudolf aus der IT-Abteilung der Klinik kümmert sich nicht nur um die Verwaltung und Pflege der iPads, er programmiert auch eigene Apps für unsere Ideen. 

Wichtig ist uns immer, dass Spielen nicht nur Zeitvertreib ist. Um die vielen positiven Effekte von Spielen gezielt einsetzen zu können, müssen Kinder und Jugendliche beim Spielen adäquat begleitet werden. Dazu wurde die Stelle eines Medienpädagogen eingerichtet.

Unser Team entwickelt sich weiter

Mit der Zeit haben wir unser Konzept weiterentwickelt und klarer beschrieben, was uns wichtig ist. Wir haben uns außerdem mit anderen Krankenhäusern und ähnlichen Teams auf der ganzen Welt ausgetauscht und viel von ihnen gelernt.

Dadurch hat sich auch unsere Sprache verändert. Wir haben uns an Begriffe angepasst, die international gebräuchlich und leichter verständlich sind. So wurde aus unserem bisherigen Ansatz das Pediatric Health Play Team. Und aus dem Medienpädagogen wurde ein Health Play Specialist – die Position, die Jens Hildebrand seit 2022 bekleidet.

Eine Geschichte, die weitergeht

Unsere Geschichte zeigt: Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren damit, den Krankenhausaufenthalt für Kinder und Jugendliche besser zu machen. Vieles begann mit einzelnen Ideen. Daraus wurden Projekte, aus Projekten ein Konzept – und aus dem Konzept ein Team.

Und dieses Team entwickelt sich bis heute weiter. Denn wir möchten immer weiter lernen, zuhören und gemeinsam neue Wege finden, damit das Krankenhaus für junge Patient*innen und ihre Familien ein besserer Ort wird.

Wollt ihr uns näher kennenlernen? Dann schaut auf unsere „Über Uns“ Seite.